Vom 7.7. bis zum 29.10.2017 findet im Leighton House Museum in London derzeit die Ausstellung „Alma-Tadema: At home in Antiquity“ statt. Zum ersten mal seit 104 Jahren, besteht damit die Möglichkeit sich über 130 Werke Alma-Tademas an einem Ort anzuschauen.

Lawrence Alma-Tadema wurde am 8. Januar 1836 in den Niederlanden geboren und starb 1912 in Wiesbaden. Er war ein Vertreter des akademischen Realismus und bekannt für seine Gemälde, die sich hauptsächlich mit der Darstellungen der antiken Welt beschäftigten.

Der Name Alma-Tadema mag vielen Leuten nichts sagen, doch die meisten von uns haben schon mindestens ein Gemälde von ihm gesehen. Er ist einer der produktivsten und handwerklich geschicktesten Künstler seiner Zeit und seine Arbeit hat noch immer große Auswirkung auf die heutige Medienkultur, wenn auch unbemerkt. Alle Vorstellungen davon, wie die antike, römische Welt aussah, die wir heute haben, lassen sich auf die Darstellungen von Lawrence Alma-Tadema zurückführen. Sogar Filmregisseure wie George Lucas (Star Wars, Indiana Jones) oder Ridley Scott (Alien, Blade Runner, Gladiator) haben sich stark von Alma-Tadema inspirieren lassen und viele seiner Ideen im Film umgesetzt. Viele Menschen glauben, hätte er die Erfindung des Films erlebt, wäre Alma-Tadema definitiv Regisseur geworden, denn seine Bilder zeugen von einem unglaublichen Talent im Erzählen von Geschichten. Geboren in einer Zeit, in der neue Archäologische Durchbrüche und Funde an der Tagesordnung waren, war Alma-Tadema, wie viele seiner Zeitgenossen besessen davon, die antike Welt kennenzulernen und zu verstehen. Diese Obsession ging sogar soweit, dass er selbst die Flitterwochen mit seiner Frau Pauline Gressin, damit verbrachte antike Tempelanlagen zu bemessen und zu skizzieren.

Seine Bilder zeichnen sich durch einen starken Realismus und eine ungeheure Detailverliebtheit aus. Die Arbeitsweise Alma-Tademas war schnell und unkompliziert, was seine Produktivität erklären könnte. Er machte nur einige grobe Skizzen bevor er sich an ein neues Werk wagte und verzichtete größtenteils auf langwierige Studien einzelner Bildelemente. Die Zeichnung wurde meist mit dem Pinsel direkt auf die Leinwand skizziert, bevor der Malprozess begann. Ihm wurde ein gewisser Perfektionismus nachgesagt, der sogar dazu führte das er ganze Bildpassagen, an denen er bereits den ganzen Tag gearbeitet hatte, komplett abkratzte und von vorne begann.

Lawrence Alma-Tadema mag einer der einflussreichsten, aber auch unbekanntesten Künstler seiner Zeit sein. Wer die Chance hat, schuldet es sich selbst die neue Ausstellung in London zu besuchen.


Bilder: (alle Lawrence Alma-Tadema)

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