Der Maler Gyula Benczúr, geboren am 28. Januar 1844 in Nyíregyháza und gestorben am 16. Juli 1920 im heutigen Szécsény, ist einer der erfolgreichsten und technisch begnadetsten Künstler Ungarns und das, was man heutzutage am ehesten als „Historienmaler“ bezeichnen würde.

Schon im frühen Kindesalter zeigte sich sein enormes Talent im Zeichnen. Im Jahre 1861 begann er sein Studium der Malerei als Schüler der deutschen Maler Hermann Anschütz und Georg Hiltensperger. Dieses Studium setzte er bald darauf, im Jahre 1869 mit dem Maler Karl Theodor von Piloty fort.

Die frühen Arbeiten Benczúrs, wie z.B. „Hunyadis Abschied“ und „Rákóczis Verhaftung“  beschäftigen sich häufig mit den tragischsten Ereignissen der ungarischen Geschichte. Im Jahre 1970 gewann er den ungarischen nationalen Wettbewerb für historische Bilder mit seinem Werk „Die Taufe des Vajk“. Als er sich später mythologischen Themen zuwandte feierte er weiteren Erfolg. Unter anderem illustrierte er die Werke Friedrich Schillers und wurde 1876 Professor für Malerei an der Kunstakademie München. Der Hauptanteil seiner Arbeiten besteht jedoch aus Portraits, die er als Auftragsarbeiten für Aristokraten und Könige anfertigte,  seine historischen Gemälde und seine Altarbilder.

Als einer der Revolutionäre der Münchener Kunstszene wurde er bald Mitglied der „Künstlergesellschaft Allotria“, der unter anderem auch Wilhelm Busch angehörte und aus der wiederrum bald die Münchener Sezession hervorging, welche versuchte, sich gegen die extrem konservative Ausstellungspolitik der damaligen Zeit zu wehren. Diese diente nicht nur wirtschaftlichen Interessen, sondern hatte auch künstlerische Ziele, wie die Weiterentwicklung des Historismus, von dem Benczúr als Historienmaler sicherlich angetan war.

Sein Bruder Béla Benczúr, der nicht nur ebenfalls Künstler, sondern auch Architekt war, entwarf ihm ein Haus in Ambach, am Ufer des Starnberger Sees, in dem er fortan jeden Sommer verbrachte, bis er im Jahre 1883 eine Professur an der Ungarischen Schule für Malerei akzeptierte und in seine Heimat zurückkehrte.

Benczúrs Werke zeigen ein enormes handwerkliches Können und Verständnis des Mediums der Ölfarbe. Die Art und Weise in der er verschiedene Texturen und Materialien darstellte sind genauso eindrucksvoll, wie seine solide zeichnerische Basis. Seine Arbeiten erhalten durch die geschickten Kompositionen häufig eine düstere Atmosphäre, welche die tragischen Themen seiner Werke unterstreicht.


Bilder (Alle von Gyula Benczúr):

  • Selbstportrait
  • Rákóczis Verhaftung
  • Hunyadis Abschied
  • Die Taufe des Vajk
Kunst Workshops Deutschland
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