Während der Künstler bei der Sight-Size Methode das Motiv in derselben Größe zeichnet, in der er es sieht, kann die Komparative Methode benutzt werden um Motive frei zu vergrößern oder zu verkleinern.

Obwohl es schwieriger sein kann, eine akkurate Zeichnung zu erzielen, ist diese Methode wesentlich flexibler als die Sight-Size Methode. Die Wahl, welche der beiden Methoden man benutzt, sollte vom Motiv und der Situation abhängig gemacht werden.

Beim Zeichnen eines selbst aufgebauten Stilllebens im eigenen Studio, wäre die Sight-Size Methode vermutlich die bessere Wahl, während man beim Zeichnen in sein Skizzenbuch, eher die Komparative Methode bevorzugen würde.

Beim Zeichnen mit der Komparativen Zeichenmethode, muss sich der Künstler an bereits festgelegten Proportionen in seiner Zeichnung orientieren. Beim Zeichnen eines Menschen kann er beispielsweise die Größe des Kopfes mit anderen Teilen des Modells vergleichen. Wichtig ist es bei dieser Methode, immer aus derselben Position zu messen und möglichst viele Messungen vorzunehmen.

Messen und Vergleichen bedeutet Informationen über das Motiv zu sammeln und mehr Informationen führen zu einer genaueren Zeichnung. 

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Als Beispiel können wir in diesem Foto sehen, dass der Krug genau 2,5 mal so hoch ist wie die Orange.
Genau wie bei der Sight-Size Methode hat der Künstler auch bei der Komparativen Methode noch weitere Möglichkeiten, eine korrekte Zeichnung zu erzielen.

1. Orientierungspunkte

Gibt es wichtige Punkte am Motiv, an denen sich der Künstler orientieren kann? Beim Zeichnen eines Modells könnten dies bspw. Kehlkopf, Außenpunkte des Schlüsselbeins oder Höhe des Bauchnabels sein.

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2. Winkel

Der Künstler kann sich bestimmte Winkel am Motiv suchen und diese mit denen in seiner Zeichnung vergleichen.

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3. Horizontale/Vertikale Überschneidungen

Liegen bestimmte Punkte des Motivs auf einer horizontalen oder vertikalen Linie?

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Genau wie bei der Sight-Size Methode, kann es nützlich sein,  zuerst die äußersten Punkte seines Motivs zu markieren. Dadurch kann man sichergehen, dass die Zeichnung nicht plötzlich zu groß für das Papier wird oder sich die gesamte Komposition verschiebt.

Insgesamt kann man sagen dass sowohl die Sight-Size, als auch die Komparative Methode eine Daseinsberechtigung haben. Beide sind nur Werkzeuge für den Künstler, seine Werke zu erschaffen und je mehr Werkzeuge der Künstler besitzt, desto flexibler und erfolgreicher ist dieser.

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