Das Portrait ist sowohl eines der beliebtesten, aber auch am schwersten zu meisternden Disziplinen in der Kunst.

Die Möglichkeit das Abbild eines Menschen mit Bleistift, Kohle oder Farbe auf einer zweidimensionalen Fläche wiederzugeben, fasziniert Künstler schon seit Anbeginn der Zeit. Doch wie lernt man das Portraitzeichnen eigentlich?

Wer sich heutzutage in einen Künstlerbedarfsladen oder in die Kunstabteilung einer Buchhandlung begibt, wird geradezu überschwemmt mit Büchern, die Titel wie „Portraitzeichnen leicht gemacht“ oder „Portraitzeichnen für Anfänger“ tragen. Bei solchen und ähnlichen Büchern ist jedoch strenge Vorsicht geboten. Bücher dieser Art lehren häufig das Zeichnen eines bestimmten Motivs, bspw. das Portrait einer jungen Frau, nach strengen Schritt-für-Schritt Anleitungen und vermitteln ein schnelles Erfolgserlebnis. Versucht man jedoch die erlernten Techniken auf eigene Motive umzusetzen, stößt man sehr schnell auf große Schwierigkeiten.


Bild: Portrait von Juan Pareja – Velázquez

Kunst Workshops Deutschland
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Das liegt daran, dass man zum erfolgreichen Zeichnen des Portraits die wichtigen Grundlagen des Zeichnens, wie Proportionen, Kontrast oder Form, gemeistert haben muss.

Die vorher genannten Lehrbücher überspringen diesen Schritt, dessen Erlernen häufig jahrelanges Training erfordert. Doch wie in allen Dingen, die man ernsthaft beherrschen möchte,  gibt es auch in der Kunst keine Abkürzungen. Wer wirklich in der Lage sein möchte, jedes Portrait aus jedem Winkel zu zeichnen, dem bleibt nichts anderes übrig, als bei null anzufangen und sich durchzuarbeiten. Ein angehender Portraitkünstler fängt also am selben Punkt an, wie ein Künstler der Stillleben, Blumen oder Landschaften malen möchte.

Es gibt einige Bücher zum Thema Portrait, die nicht versuchen die Grundlagen zu überspringen: „Drawing the Head and Hands“ von Andrew Loomis  oder „Drawing the Human Head“ von Burne Hogarth sind beispielsweise exzellente Bücher  zum Studium der Portraitkunst. Solche Bücher erfordern jedoch einiges an Vorwissen und begleiten den Künstler oft sein Leben lang.


Bild: Modest Mussorgsky – Ilja Jefimowitsch Repin

Auch eine klassische Zeichenausbildung an einer Akademie, unter einem erfahrenen Lehrer bringt einem die nötigen Fähigkeiten bei, um ein Portraitkünstler zu werden.

Doch die wichtigste Zutat für den Erfolg ist die Übung. Kein Buch oder Lehrer der Welt, kann einem die Arbeit abnehmen, die Tausenden Zeichnungen zu produzieren, die man benötig,  bevor man (beim Portrait zeichnen lernen) erste Erfolge sieht.

Die wichtigste Lektion beim Portrait zeichnen lernen lautet also: Wer nach dem schnellen Weg sucht, wird immer wieder auf unlösbare Probleme stoßen.


Bild: Portrait einer Unbekannten – Nikolai Ivanovich Fechin

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