Sight-Size beschreibt eine Zeichenmethode, in welcher das Motiv in derselben Größe gezeichnet wird, die der Künstler sieht.

Dazu wird die Staffelei mit Zeichengrund parallel zum Motiv aufgestellt. Danach tritt der Künstler etwas zurück, sodass er sowohl das Motiv, als auch das Papier vollständig sieht. An dieser Stelle bringt er nun eine Markierung an. Es ist wichtig, dass sowohl diese Markierung, als auch die Staffelei und das Motiv, bis zur Fertigstellung des Bildes nicht mehr bewegt werden.

Der Prozess hat folgende Schritte:

1. Festlegen der Außenpunkte

  1. Festlegen der groben Proportionen
  2. Konturenzeichnung
  3. Konturen der Schatten
  4. Trennen von Licht und Schatten
  5. Festlegen der dunkelsten und hellsten Stellen
  6. Modellieren der Formen

1. Die Außenpunkte

Zunächst misst der Künstler die äußersten Stellen des Motivs nach oben, unten und zu den Seiten ab. Dazu tritt er auf die Markierung zurück und misst die Distanz zwischen diesen Punkten.

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2. Proportionen

Der nächste Schritt ist das Festlegen der Proportionen. Zeichnet der Künstler bspw. Einen Baum, kann er kontrollieren Wie groß die Baumkrone und wie groß der Stamm ist. Bei einem Portrait: Wo sich Augen, Nase, Mund etc. befinden.

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3. Konturenzeichnung

Hat der Künstler die Proportionen gefunden, kann er innerhalb dieser festgelegten Verhältnisse beginnen das Motiv zu zeichnen. Dabei hat er verschiedene Arten um möglichst genau abzumessen, wo sich bestimmte Teile des Motivs befinden. Dabei gibt es keine festgelegten Regeln, wann welche Messmethoden benutzt werden. Der Künstler muss lernen, selbst zu entscheiden, welche Methode zu welchem Zeitpunkt angemessen ist. Zum Messen muss der Künstler immer zurück auf die Markierung treten.

3.1 Winkel

Hierbei vergleicht der Künstler beispielsweise die Winkel der Konturen, aber auch die Winkel einzelner Bildelemente miteinander. Wie ist der Winkel von der Mitte des Auges zum Ohr? Wie ist der Winkel vom Fußende zur Spitze des Knies etc.

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3.2 Horizontale und vertikale Linien

Kann man Stellen im Motiv finden, die auf einer horizontalen oder vertikalen Linie liegen?

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3.3 Negative Formen

Damit sind die Formen gemeint, die zwischen Teilen des Motivs entstehen. Anders gesagt die „Lücken“ im Motiv.

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4. Konturen der Schatten

Hat der Künstler nun die Konturen des Objekts gezeichnet, kann er die Konturen der Schatten einzeichnen. Dies geschieht auf dieselbe Art und Weise wie die Konturen des Objekts selber.

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5. Trennen von Licht und Schatten

Sobald die Konturen des Motivs, inklusive der Schatten festgelegt wurden, trennt man die Teile die im Licht und Schatten sind tonal. Dabei benutzt man nur zwei verschiedene Kontraststufen: Das Weiß des Papiers für die Lichter und einen dunkleren Ton für die Schatten, mit dem man die vorher gezeichneten Schattenkonturen so gleichmäßig wie möglich ausfüllt. Es ist wichtig, den Grauton nicht zu dunkel anzulegen, um sich noch Spielraum für später zu lassen. Das Ergebnis dieses Schrittes sollte eine grafisch aussehende Zeichnung in exakt 2 Tönen sein.

6. Festlegen der dunkelsten und hellsten Stellen

Der Nächste Schritt ist das Festlegen der dunkelsten und der hellsten Stelle im Bild. Überall dort, wo das Motiv am dunkelsten ist, zeichnet man den dunkelsten Ton ein, der möglich ist. Da das Weiß des Papiers die hellste Kontraststufe darstellt, die möglich ist, muss um die hellsten Stellen herum der Rest des Motivs abgedunkelt werden. Dabei sollte dieser Ton nicht dunkler werden als der, den man im ersten Schritt zur Trennung von Licht und Schatten benutzt hat. Grundsätzlich darf der dunkelste Ton im Licht nicht dunkler sein, als der hellste Ton im Schatten. Das Ergebnis am Ende dieses Schrittes sollte eine Zeichnung in 4 Tönen sein.

7. Modellieren der Formen

Der letzte Schritt ist das Modellieren der Formen. Hierbei werden die Kontraste differenzierter verändert. Dabei sollte man darauf achten, in den einzelnen „Gruppen“ der Kontraststufen zu bleiben und nicht beispielsweise einen Ton, der im Schatten vorkommt, in den Halbtönen zu benutzen. Abrupte Veränderungen in Kontraststufen wirken hierbei als harte oder scharfe Kanten, während ein langsamer, auslaufender Verlauf wirkt wie ein weicher Gegenstand.

Es gibt vier grundlegende Arten von Kanten:

  • Hart: Ein abrupter Wechsel von hell nach dunkel, ohne Verlauf.
  • Fest: Fast wie eine harte Kante, hat aber einen leichten Verlauf.
  • Weich: Ein sehr langer subtiler Verlauf eines Tons.
  • Verloren: Eine Kante deren Verlauf so subtil ist, dass sie nicht mehr zu sehen ist. Kann dazu benutzt werden 2 Formen zusammenzufügen.

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