Studenteninterview mit Irina

academy students irina 01 - Studenteninterview mit Irina

Irina hat uns einen kurzen Einblick in ihr Studentenleben gegeben. Vielen Dank dafür! Und viel Spaß beim Lesen.

Lebenslauf:
Es ist wahrscheinlich ziemlich typisch, wenn ich damit beginne und sage, dass ich schon als Kind leidenschaftlich zeichnete. Diese Leidenschaft bestimmte die Art und Weise wie ich die Welt um mich herum betrachtete. Für mich war damals klar, dass ich mich eines Tages der Kunst widmen würde. Als ich dann nach meinem Schulabschluss an einem Eignungstest an einer Kunsthochschule teilnahm, kam die harte Ernüchterung: Der Schwerpunkt des Studiums beruhte nicht auf dem Handwerk des Malens oder des Zeichnens. Gefordert wurden Bildbeschreibungen, jede Menge Theorie und bloß eine einzige Zeichnung! auf einem DIN A 4 Blatt. Die Aufgabe lautete: Zeichne eine „Fantasiestadt“. Ich sah mich damals erschrocken in der Halle um und fragte mich, ob ich zu dieser Künstlergeneration gehören will, die das Zeichnen (und Malen) nie richtig lernen wird? Es kam, wie es kommen musste: Ich kam nicht in die engere Auswahl und schied aus. Die Absage der Kunsthochschule war schnell vergessen, denn kurze Zeit später traf meine Familie ein schwerer Schicksalsschlag und ich schob meinen Traum erstmal für viele Jahre bei Seite. Ich unterstütze meine Familie, absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und war seither in der Bankbranche bis hin als pädagogische Mitarbeiterin bei einem privaten Bildungsträger tätig.

Doch ich habe nie das Zeichnen und das Malen vergessen. Versuchte – soweit möglich, künstlerisch aktiv zu bleiben. Und wenn nicht mit Stift und Papier in der Hand, so zog ich in Gedanken die Linien, beobachtete die  Menschen und ihre Bewegungen, Gegenstände und ihre Beschaffenheit, einfach alles was mir vor die Augen sprang. Im meinem Kopf zeichnete ich ständig.

Bis vor kurzem war ich noch bei einer bekannten Stiftung tätig. Nachdem ich erfuhr, dass das Programm für welches ich arbeitete, nicht verlängert werden würde, fasste ich endlich den Mut meinem Traum zu Folgen und entschied mich für ein Studium an der Academy of Fine Art.

Warum bist du an der Academy?

Da nehme ich mir die alten Meister zum Vorbild. Ich wünsche mir die Techniken des Zeichnens und des Malens, wie sie, richtig zu erlernen und sie zu beherrschen.

Wie bist du auf die Academy aufmerksam geworden?

Vor genau zwei Jahren über das Internet.

Wie finanzierst du dir dein Studium?

Indem ich ein Darlehen aufgenommen habe.

Hast du einen Nebenjob?

Zurzeit arbeite ich freiberuflich und male Wandbilder.

Wie oft bist du hier?

Aufgrund der Long Pose jeden Tag.

Berufswunsch. Welchen Berufswunsch hast du?

Im Moment habe ich das Gefühl genau das zu  machen, was ich schon immer machen wollte.

 

Alltag. Wie sieht ein typischer Academy Alltag aus?

Der Tag beginnt meistens mit einem lustigen Plausch in der Academy-Küche.  Manchmal frühstücken wir gemeinsam eine Kleinigkeit, bevor sich dann jeder seinem aktuellen Projekt widmet.  Bis zur Mittagspause arbeiten wir hochkonzentriert an unseren Bildern. Zurzeit arbeite ich mit Kohle im Cast-Atelier, welches ich mit zwei grandiosen Studenten teile, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen sind. Bevor ich an meiner Zeichnung zu arbeiten beginne, erinnere ich mich an die letzten Schritte zurück und an die letzte Kritik der Lehrer. Mit einem Lehrer spreche ich meistens zum Beginn und zum Schluss des Unterrichts; so weiß der Lehrer an welchen Punkt ich mich aktuell befinde und kann mir genau sagen, was ich zu beachten habe und gibt mir gleichzeitig eine Beurteilung darüber, wie die Zeichnung sich bisher anfühlt. In der Mittagspause gehen wir meistens raus an die frische Luft, um sich mit frischen Augen und neugetankter Energie auf das Aktzeichnen vorzubereiten.

Was machst du in deiner Freizeit?

Zeichnen, Lesen, außerdem bin ich sehr gerne in der Natur unterwegs und verbringe Zeit mit meiner Familie.

Welche Bedeutung hat Kunst für dich?

Manchmal ist sie für mich bloß eine Illusion und manchmal etwas sehr Greifbares. Sie hält mich in Bewegung und schafft es zeitglich mich tagelang im Moment gefangen zu halten. Sie macht mich wach, schärft meinen Blick, bringt meine Vorstellungskraft zum Blühen und fordert mich aufs Neue heraus. Es ist nicht leicht mit der Kunst, aber ohne sie wäre alles für mich irgendwie viel aufregender.

Welche Ziele verfolgst du? Persönlich und in beruflicher Sicht?

Mein Können zu entfalten.

Was ist deine Motivation?

Meine Faszination für die Schönheit des Lebens.

Wie gefällt dir die Academy, wie ist der Umgang, das Klima hier?

Der Umgang in der Academy ist sehr respektvoll und hat einen familiären Charme, was unter anderem damit zu tun hat, dass man mit Menschen zusammen ist, die ähnliche Interessen haben, gerne konzentriert arbeiten und eine Leidenschaft für Zeichnen und Malen haben. Ich freue mich immer auf die Academy und komme sehr gerne hier her.

Kritik: Was gefällt dir/ was nicht?

Gefällt mir: Die Offenheit und der positive Umgang zwischen den Lehrern und den Schülern. Dass wir gemeinsam an das was wir tun glauben.

Gefällt mir nicht: Das geringe Licht im Cast-Atelier.

Eine Anregung: Ein Sofa oder zwei Sesseln im Aufenthaltsraum/Küche würden ihn erfüllender machen und den Erholungsfaktor in den Pausen erhöhen 🙂

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