Wie talentiert muss man in der Kunst sein?

Was bedeutet Talent?

Wer begeistert von den Arbeiten eines Künstlers ist, der neigt häufig dazu diesen als „talentiert“ zu bezeichnen. Doch was bedeutet Talent überhaupt und warum wird dieser Begriff gerade in der Kunst häufig inflationär benutzt?

„Ich kann ja nicht mal ein Strichmännchen zeichnen.“ ist eine Aussage die man oft hört wenn sich manche sehr realistische Zeichnungen anschauen. Und warum sollten sie auch? Ein Künstler kann auch keine medizinische Operation durchführen, oder komplexe physikalische Berechnungen durchführen. Genauso kann jemand, der seit seiner Kindheit nicht mehr gezeichnet hat, auch als Erwachsener nicht zeichnen. Doch die meisten Menschen glauben, wer gut zeichnen kann, hat diese Fähigkeit bei der Geburt mit in die Wiege gelegt bekommen. Doch wie ein Pianist tausende Stunden Klavier spielen, oder ein Fußballspieler ewig trainieren muss, muss ein Künstler extrem viel zeichnen um gut zu werden.

Sargent – William Merritt Chase

Talent in der Kunst funktioniert genau wie Talent in anderen Bereichen:

Bestimmte Menschen haben eine natürliche Affinität für bestimmte Tätigkeiten. Es gibt Leute die sind begabt in der Mathematik und es gibt begabte Musiker, doch niemand wird gut in einer Sache, die er nicht trainiert, egal wie viel Talent er besitzt.

Das Training ist also auch in der Kunst unerlässlich. Wer Talent  besitzt, mag schnellere Fortschritte machen und später seine Grenzen erreichen, doch jeder ist in der Lage die Grundlagen des Zeichnens zu erlernen. Niemand kommt mit dem Wissen über Proportionen oder Strichführung auf die Welt. Doch ohne einen Lehrer kann es oft schwer sein überhaupt zu erkennen ob man Talent besitzt oder nicht. Wer auf sich selbst gestellt ist, kann Probleme die auf schlechte Lernquellen oder Materialien zurückzuführen sind schnell als persönliche „Talentlosigkeit“ interpretieren. Schlechte Angewohnheiten, die von einem Lehrer vielleicht frühzeitig erkannt und abtrainiert werden, festigen sich bei einem Autodidakt über Jahre und sind nur schwer wieder zu verlernen.

Winslow Homer – Artists Sketching in the White Mountains

Fazit:

Talent spielt also definitiv eine Rolle in der Qualität der Arbeit eines Künstlers, doch man sollte das harte Training und die tausenden Stunden von Arbeit und alle Frustrationen und Schwierigkeiten, die diese mit sich bringt, nicht einfach nur auf eine angeborene Fähigkeit reduzieren. Hinter jedem Meisterwerk stecken fünfzig katastrophale Skizzen und Zeichnungen die der Künstler wahrscheinlich niemals zeigen möchte.

Rembrandt – The Artist in his studio

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