Wenn man sich ein beeindruckendes Gemälde anschaut, einen umwerfenden Film schaut oder ein fantastisches Musikstück hört, wird schnell die Aussage „Das ist echte Kunst“ getroffen.

Genauso wird „Das ist doch keine Kunst“ häufig über Arbeiten gesagt, die auf Unverständnis treffen, oder handwerkliches Geschick vermissen lassen. Doch die Frage ob etwas Kunst ist, oder nicht, ist in den meisten Fällen irrelevant. Eine Arbeit ist Kunst, sobald ihr Erschaffer sie als solche bezeichnet. Die Frage die man sich eigentlich stellen sollte ist: „Ist es gute Kunst?“

Genau wie ein schlechtes Essen immer noch ein Essen und ein schlechter Film immer noch unbestreitbar ein Film ist, ist ein furchtbares Kunstwerk immer noch Kunst. Der Begriff Kunst beinhaltet selbst noch keine Wertung über die Qualität des beschriebenen Objekts.


Bild: Franz Kline: Four Square

Kunst Workshops Deutschland
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Betrachtet man die Dinge aus dieser Sichtweise, ist leicht zu verstehen an welchem Punkt der persönliche Geschmack in der Kunst eine Rolle spielt.

Natürlich gibt es verschiedene Arten von guter und schlechter Kunst und das in jedem Bereich: Realismus, Abstrakt, Installationen etc. Manche Menschen mögen bspw. grundsätzlich keine Skulpturen, was nicht bedeutet, dass Skulpturen grundsätzlich schlecht sind. Genauso sind aber auch Werke aus anderen Genres der Kunst nicht automatisch gut, nur weil ein Großteil der Menschen dieses Genre  gut findet.

Der persönliche Geschmack spielt nur eine Rolle, solange die Qualität der Arbeit gut ist. Ein schlecht gemaltes Ölgemälde, bleibt ein schlecht gemaltes Ölgemälde. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine bestimmte Gruppe von Leuten unglaublich angetan von Ölgemälden ist.


Bild: Joaquín Sorolla – Valencianische Fischer

Kunst kann und sollte objektiv bewertet werde. Doch was macht Kunst gut oder schlecht?

Die Antwort darauf ist erstaunlich einfach: Hat der Künstler bei der Schaffung einer Arbeit ein festes Ziel, welches von bspw. intellektuellem, ästhetischem und/oder philosophischem Wert für die Gesellschaft ist, verfolgt und hat er dieses Ziel in einer beeindruckenden Art und Weise erreicht, in der das Kunstwerk für sich selbst stehen kann?

Als Beispiel dafür nehmen wir einen Künstler, der eine Skulptur als Kommentar zu einem politischen Thema anfertigen möchte. Damit diese Skulptur zu einem erfolgreichen Kunstwerk wird, sollte diese also vom Anfang bis zum Ende des Erschaffungsprozesses auf dieses Ziel hin ausgearbeitet werden. Am Ende sollte ein Betrachter in der Lage sein, sich die Thematik des Kunstwerkes und den Standpunkt des Künstlers selbstständig zu erschließen. Benötigt der Betrachter eine Erklärung des Künstlers, oder einen Text um das Werk zu verstehen, hat das Kunstwerk seinen Zweck verfehlt.


Bild: Auguste Rodin – Der Kuss

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