Moderne Methoden für realistisches Malen – was denkt ihr darüber?

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Abzeichnen mit Projektor, Drucker und Co.

Viele Menschen sind total erstaunt und beeindruckt, wenn sie ein fotorealistisches Gemälde sehen – also ein Bild, das aussieht wie ein Foto, in Wahrheit aber gemalt wurde. Um ein Bild derart realistisch aussehen zu lassen gibt es viele verschiedene Methoden und Zugänge.

Dabei kommen auch immer wieder Methoden und „Tricks“ ins Spiel, die unter Hobby- und Profimalern durchaus kontrovers diskutiert werden. Dabei geht es um Fragen wie: „Ist Abzeichnen erlaubt und ist es beispielweise okay mit einem Projektor ein an die Wand geworfenes Bild abzupausen?“ Die Frage, die man sich grundsätzlich stellen sollte ist: Was ist das Ziel meiner Arbeit? Der eine möchte ein möglichst perfektes Gemälde anfertigen, dem anderen geht es darum, seine Techniken zu schulen. Das eine muss jedoch das andere natürlich auch nicht ausschließen.

So malten die alten Meister

Auch die alten Meister entwickelten ausgereifte Methoden um möglichst realistische Bilder anzufertigen. Große Künstler wie Leonardo da Vinci oder Albrecht Dürer malten große Gemälde nicht einfach aus der Hand heraus, sondern fertigten zuerst Studienzeichnungen von den Gegenständen oder Porträts an, von denen sie hinterher auf ihr Gemälde abmalten. Der Fokus lag bei diesen Studienzeichnungen und Skizzen auf der Untersuchung von Proportionen und Anatomie, um später Körper und Gegenstände noch realistischer darstellen zu können. Das Prinzip war jedoch immer zuerst eine Vorlage zu haben, von der man „abmalen“ konnte.

Einige Maler entwickelten aber auch raffinierte „Tricks“, wie zum Beispiel mithilfe des Siebdruckverfahrens Gemälde entstehen zu lassen. Diese Methode geht auf die Schablonentechnik zurück und wurde z.B. schon von Michelangelo benutzt. Auch moderne Künstler wie Andy Warhol arbeiteten mit dieser Technik. Albrecht Dürer benutze gleich mehrere verschiedene Methoden für seine Arbeit, beispielweise mit Fensterglas pausen. Dabei setzte er eine Glasscheibe so vor ein Motiv, dass er dieses einfach nur noch auf die Scheibe abzumalen brauchte. Diese Skizze konnte er dann wiederum auf Papier abpausen. Ein anderes Verfahren war die Raster-Technik, bei der ein Rahmen mit Fäden zu einem Raster gebildet wurde. Diesen Rahmen platzierte der Maler vor sein Motiv und zeichnete ebenfalls ein Raster auf seinen Malgrund. Nun konnte er sich beim Malen anhand des Rasters besser orientieren.

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Mal-Methoden heute

Natürlich haben sich die Techniken im Laufe der Zeit immer weiter versbessert und sind moderner geworden. Viele zeitgenössische Künstler benutzen ausgeklüngelte Methoden, um ihre Gemälde realistischer oder gar fotorealistisch aussehen zu lassen. Dabei kommen allerlei Hilfsmittel zum Einsatz wie die Benutzung von Projektoren, bei der ein Bild an die Wand geworden wird und so auf den Malgrund abgemalt werden kann. Die Maler Gottfried Helnwein oder Franz Gertsch benutzen diese Technik, um ihre überdimensionalen hyperrealistischen Bilder anzufertigen. Andere wiederrum drucken sich eine Vorlage aus, von der sie dann abzeichnen können.

Was haltet ihr von diesen Verfahren? Welche Hilfsmittel benutzt ihr? Wir sind gespannt auf eure Meinung!

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